Page 114 - 45 Jahre CSU Neuching
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Chronik des CSU-Ortsverbandes Neuching


                     Waldruheräume für Tiere, eine maßvolle Versiegelung von Flächen sowie Verkehr und
               Infrastrukturmaßnahmen: Der Umgang mit der Natur stand im Mittelpunkt eines Gesprächs
               mit Thomas Schreder, Vorsitzender des Kreisjagdverbands Erding. Der Landtagskandidat
                                                                                war auf Einladung der
                                                                                CSUOrtsverbände
                                                                                Finsing, Neuching,
                                                                                Ottenhofen und Oberding
                                                                                ins Gasthaus Alter Wirt
                                                                                nach Oberneuching
                                                                                gekommen.

                                                                                       Kritik und
                                                                                Handlungsbedarf sehen
                                                                                die Bürger beim Mittleren
                                                                                Isarkanal, der 2009
                                                                                saniert wurde. „Mittlerer
                                                                                Isar Kanal -
                                                                                umweltfreundliche
                                                                                Energiegewinnung oder
                                                                                Todesfalle für Tiere?",
                     Sprach zu seinen Parteikameraden: Thomas Schreder (l.).D0  fragte Schreder plakativ.
                                                                                Grund sei die Auskleidung
               des Kanals mit schwarzer Folie. Diese mache es vielen Tieren unmöglich, sich selbst wieder
               aus dem Kanal zu befreien. Deshalb müsse immer wieder die Wasserwacht zu
               Rettungsaktionen gerufen werden trotz einiger Gitter-Ausstiegshilfen. „Rehe lernen dazu.
               Man soll sich mit Hunden fernhalten, weggehen, das Reh in Ruhe lassen und auch nicht
               gleich die Feuerwehr holen", meinte ein Gast.

                     „Wir haben viele negative Reaktionen auf die Schilder bekommen", sagte Schreder zu
               den Tafeln mit dem Hinweis, dass Hunde dort an der Leine zu führen sind. „Könnte man
               nicht einen speziellen Wildzaun am Isarkanal anbringen wie an der Flughafentangente Ost?",
               wollte ein Zuhörer wissen. Schreder will dieses Thema aufgreifen, sieht aber dadurch „die
               touristische Nutzung des Kanals eingeschränkt".

                     Im Bereich Oberding/Eitting ist die Situation entspannter, die liegenden
               Schlingpflanzen sind hilfreich für Wildtiere, um sich selbst zu befreien. „Auf der schwarzen
               Folie verbrennt so eine Pflanze. Deshalb ist das hier nicht mehr möglich", so Schreder.
               „Warum durfte dann überhaupt so gebaut werden?", hakte ein Zuhörer nach. Schreder: Die
               damalige Umweltverträglichkeitsprüfung sei positiv und mit den entsprechenden Behörden
               abgestimmt gewesen.
                     Die einhellige Meinung der rund 50 Gäste: Es muss etwas getan werden, um Tiere und
               Menschen vor dem Kanal zu schützen. „Betreiber tun das, was sie tun müssen. Aber darüber
               hinaus wird es schwierig", meinte Schreder. „Per durchlässige Kanal war unter anderem
               schuld, dass Wasser in die Häuser kam", brachte Neuchings Bürgermeister Hans Peis ein
               Argument pro Kanalsanierung vor.

                     Der Landkreis Erding umfasse rund 80 000 Hektar Fläche, der Waldanteil liegt laut
               Schreder bei gut 14,5 Prozent. „Da ist nichts außer Ruhe", so der 52Jährige. „Es muss eine
               Regelung rein, sonst wird über kurz oder lang das System kollabieren." Es brauche
               Betretungsregelungen für die Bereiche Freizeit, Hunde und Reiter sowie
               Nutzungsregelungen in der Forstwirtschaft. Auch Eingriffe in die Jagd mit der Reduzierung
               des Abschusses in bestimmten Bereichen seien erforderlich. „Das ist aber ein relativ
               kontroverses Thema", räumte er ein.

                     Knapp 70 Prozent der 80 000 Hektar im Landkreis würden landwirtschaftlich genutzt,
               zwölf Prozent seien Siedlungs- und Verkehrsflächen. „Natürlich wird eine Nordumfahrung
               wieder Flächen brauchen, aber es wird eine enorme Entlastung sein", so Schreder. Für die
               knapp neun Kilometer lange Strecke würden 35 Hektar versiegelt und 33 Hektar an

                         © CSU-Ortsverband Neuching – zusammengestellt von Hans Markus Wellers -Stand 09/2020 - Seite 115  von 143
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