Im Jahre 1100 schenkte eine Frau Pertha, die Gattin des Gooschalk von Prisinperch einen Getreidezehent zu Nuichinga mit 3 Tgw. Land und einen Hof (wahrscheinlich in Niederneuching) zum Dom in Freising. Es entstand hier ein Emmeranischer Dienstadel. Im Jahre 1160 ist ein Rumold von Neuching Zeuge in einem Vertrag zwischen Graf Kuno von Megling und genanntem Kloster St. Emmeran. Dessen Nachkommen waren Niklas, Conrad, Hermann und Eberhard.

Die Neuchinger stifteten 1443, also (1943) vor 500 Jahren, eine Kapelle und eine Messe in die Pfarrkirche zu Neuching.

Vom 21. bis 24. September 1336 schlug Kaiser Ludwig der Bayer zwischen Freising und Erding ein Lager auf, zu dessen Versorgung die ganze Umgebung, auch Neuching, beizutragen hatte.

Die Edlen von Neuching waren in weiter Umgebung (z. B. Schloß Grünbach) begütert. Um 1550 war der in Kirchötting und Hörgersdorf begüterte Wilhelm der Neuchinger Küster in Erding, er war außerdem ein Wohltäter des dortigen Spitals (Zöpf 1943). Aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts ist im Pfarrhof ein Lehensbuch des Geschlechtes vorhanden. Nach diesem gab es auch unter seinen Untertanen noch Leibeigene, die ein Leibgeld zahlen mußten.

Um 1550.wurde der in Kirchötting und Hörgersdorf begüterte Wilhelm der Neuchinger Küster(?) in Erding. Er war auch ein Wohltäter des dortigen Spitals. (Zöpf 1943)

Im Jahre 1595 teilten sich den Edlensitz Neuching Warmund und Niklas die Neuchinger und Georg Parths Erben. Nach 1617 folgten im Besitz die Schenk, Aham, Rivera u.a.. In der Pfarrkirche ist ein Grabstein des Hans Neuchinger zu Pameing (+ 22.7.1582) mit vielen schön gemeißelten Familiengliedern und Wappen, sowie ein solcher, welchen der fürstliche Bannrichter Christoph Neuchinger 1602 seinen beiden Ehefrauen setzen ließ.

Als erster bekannter Pfarrer von Oberneuching ist Johannes Püchelrieder 1444 genannt. In Niederneuching „gelegen im Schwabener Gericht“, wird 1431 ein Hof in Pfandschaft gegeben. Dortselbst stiftet im Jahre 1470 eine Frau mit 15 Gulden eine Wochenmesse zu Niederneuching – so groß war damals die Kaufkraft des Geldes. Die Stifterin, Diemutt Leblin, bestimmte, dass in der Oster- und Pfingstwoche je und allezeit 12 Pfennige in den Opferstock gelegt werden sollten.

Das oben erwähnte Beurtizium (= Messe), das die Neuchinger Edlen in die Pfarrkirche gestiftet hatten, ging nach dem Aussterben des Mannesstammes nach der Erbfolge in das Patronat der Grafen von Armensberg über. 1863 wurde es mit der Pfarrpfründe vereinigt. Im Landshuter Erbfolgekrieg (1504 – 1505) hatten auch beide Neuching durch Plünderung und Lieferungen schwer zu leiden.

Ein Bericht des Pfarrers Bartholomäus Päll vom 12. Juli 1619 erwähnt einen „Auflauf“. Er schreibt beschwerdeführend an das Bischöfliche Ordinariat „Weil ich die Zeit, die ich allhier unwürdig Pfarrer bin, mir von der weltlichen Obrigkeit die Schlüssel, welche zum Kirchenschrein gehören und die sie in dem vergangenen Auflauf zu sich genommen, nicht habe bekommen können, wie wohl ich zum dritten mal darum habe angelangt (angehalten), bitte ich ganz untertänig, man wolle mir in diesem keine Schuld geben!“ – Was für einen Auflauf der Pfarrer meint, und ob dieser in Neuching oder anderwärts war, ist nicht mehr bekannt. Vielleicht ist der Bauernaufruhr in der Grafschaft Haag 1596 gemeint.

An der nördlichen Außenseite der Pfarrkirche ist ein Tymganon, in dem sich in ornamentierter Umrahmung das Reliefbild des Heilandes befindet. Es ist ein Überrest des Portals des frühromanischen Kirchabbaues (ca. 1050), der heutige Barockbau ist (Anm. „heute“=1942!) ca. 250 Jahre alt. Er wird nach dem Brand von von 1676 ausgeführt worden sein. Der Oberbau des Turmes wurde um 1700 erbaut, das Gewölbe im Chor und Langhaus 1756 erneuert.

Der Getreidekasten, ein schöner Holzbau mit Inschrift 1494 befand sich bis vor 30 Jahren noch beim Greindlbauern, dann wurde er abgebrochen und im Grub wieder aufgebaut. Die Kirche in Niederneuching wurde 1690 bis 1695 durch den Maurermeister Hans Knogler von Erding wieder erbaut, unter Beibehaltung der gotischen Sakristei und des unteren Teiles des gotischen Chores. Knogler scheint auch die Stuccaturen gefertigt zu haben< das Leben des hl. Johannes an der Empore wurde 1693 von Peter Höller, Maler in Grafing, gemalt. Die Kanzel ist von ca. 1695, die Altäre sind gute Rokokoaltäre.

(Quelle für die Beiträge zur Chronik: Familienchronik Wellers/Burgmair – Bayrisch Land und Volk v. F. J. Brunner 1910)


Kommentare

Chronik — Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.